Es gibt eine Vielzahl spannender und viel versprechender Impulse und Projekte, die den Gedanken der Nachhaltigkeit transportieren. Werkstatt N hat sie ausgezeichnet.
Das Projekt startete im Mai 2009 und findet an acht Schulen verschiedener Schultypen in Bad Neustadt a. d. Saale statt. Die verschiedenen Unterrichtseinheiten und Aktionen behandeln die Themen Wohnen, Arbeit, Freizeit, Ernährung und Kleidung, die je nach Zeitbudget und Nachfrage der Lehrer, lehrplanbezogen in den Unterricht integriert werden. Die Projektleiterinnen Eva Kalla und Jiska Troppenz entwickeln die jeweiligen Unterrichtseinheiten und Aktionen in Absprache mit den Lehrern und stellen Materialien und Informationen zur Verfügung. Als Einstieg in das Thema Nachhaltigkeit dient der Ökologische Fußabdruck, der den Ressourcenverbrauch eines jeden misst. Ziel ist es, ein Bewusstsein für den eigenen Konsum zu schaffen und globale Zusammenhänge z.B. zwischen dem Kauf eines billigen T-Shirts und Kinderarbeit aufzuzeigen. Ergänzt wird der Ökologische Fußabdruck durch ein Planspiel, in dem es um globalen Handel und Gerechtigkeit geht. Im Anschluss wird dann zumeist ein Thema vertieft.
Mai 2009
Bisher wurden zu allen Themen in allen beteiligten Schulen Unterrichtseinheiten und/oder Aktionstage durchgeführt. Insgesamt wurden bisher ca. 1000 Schüler, rund 40 Lehrer und 150 Eltern erreicht. Das Feedback von Lehrern und Schülern ist überwiegend positiv. Das Projekt läuft bis Ende Dezember 2010.
Die Unterrichtseinheiten zu den verschiedenen Themen bauen neues Wissen auf und üben neue Sichtweisen ein. Alle Themen werden ganzheitlich im Sinne der Nachhaltigkeit betrachtet. So lernen die Schüler ihre eigenen Leitbilder in puncto Konsumverhalten und die der anderen kennen und reflektieren. Wissen über Missstände schafft Emphatie und Solidarität. Das Planspiel regt an, innerhalb einer Gruppe gemeinsam zu handeln. Die Schüler motivieren sich gegenseitig und werden aktiv.
Ziel ist es, Schülern und Lehrern den Gedanken der Nachhaltigkeit zu vermitteln und das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen. Neben der Wissensvermittlung steht die Vertiefung des Gelernten durch Beispiele und eigenes Handeln im Mittelpunkt. Es wird besonderes Augenmerk darauf gelegt, was jeder Einzelne als Konsument mit seiner Kaufentscheidung beeinflussen kann. Langfristig wird eine Sensibilisierung und Bewussteinsbildung bei den Schülern hin zu kritischen Verbrauchern angestrebt.
Die Nachfrage zeigt, dass ein Bedarf an anwendungsorientierten Unterrichtseinheiten zu den BNE-Themen besteht. Diese Themen müssten als feste prüfungsrelevante Bestandteile in die Lehrpläne integrieren werden – im Gegensatz zu den bisherigen nicht-prüfungsrelevanten Querschnittsthemen. Parallel müssten diese Themen stärker in das Lehramtsstudium integriert werden, denn die Einstellung und das Interesse der Lehrer entscheidet darüber, ob bzw. wie diese Themen im Unterricht bearbeitet werden.
Kommentare
Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare.
Kommentar hinzufügen